Die Mitarbeiter des Heidelberger Hypertext-Servers haben sich zum Ziel gesetzt, die mitteleuropäische Kulturtraditionen mittels der Lemmata und der ihnen zugrundeliegenden rund 8500 Quellentexte des Deutschen Rechtswörterbuches (DRW) sowie der rund 500 Quellentexte des Frühneuhochdeutschen Wörterbuches (FWB) zu erschließen. Die Texte werden von Germanisten, Historikern und Rechtshistorikern nach bestimmten Gesichtspunkten wie Raum, Zeit, Sprachstufe, Textsorte etc. klassifiziert. Es werden relevante Angaben zu Textgenese und Rezeptionsgeschichte gesammelt und datenbankgerecht modelliert. Die derart gewonnenen Angaben können schließlich durch bidirektionale Verweise miteinander verknüpft und auf komplexe Weise im Retrieval-Datenbanksystem FAUST verwaltet werden. Basis sind jedoch nicht nur die Quellentexte der Wörterbücher und ihre bereits vorhandenen digitalen Ressourcen, sondern über Verlinkungen auch die im Internet bereits jetzt und auch zukünftig verfügbaren Informationen (d.h. maschinenlesbare Quellentexte, gescannte Handschriften und Frühdrucke; Handschriften-Datenbanken, Bilder, Karten etc.). Voraussichtlich in Zusammenarbeit mit dem von Prof. Manfred Thaller (Institut für Historisch-Kulturwissenschaftliche Informationsverarbeitung (HKI), Universität Köln) entwickelten spezifisch kulturwisssenschaftlichen C(ommon)G(ateway)I(nterface)-Server KLEIO wird die derart entstandene dynamische Datenbank über das Internet allen Interessierten zugänglich gemacht werden. Durch die Kombination verschiedener Suchkriterien können dann auch recht komplexe Recherchewünsche befriedigt werden. Dadurch unterscheidet sich die Datenbank erheblich von konventionellen gedruckten Nachschlagewerken jeder Art, wahrscheinlich wird sie auch erheblich komplexer (und damit für die Wissenschaft wertvoller) als bisher im Internet verfügbare Datenbanken sein.
Ein wichtiges Anliegen des
HDHS-Projektes besteht darin, zu einem »Knoten im Netz« zu werden.
Das bedeutet zunächst, die eigenen Daten in der beschriebenen Weise
zu modellieren, darauf bezogene WWW-Informationen sehr heterogener Art (Quellen,
Bilddokumente, Karten usw.) zu suchen, auf ihre Validität zu prüfen,
um sie dann sinnvoll mit den eigenen Daten zu verknüpfen und dem Nutzer
mit differenzierten Suchwerkzeugen zur Verfügung zu stellen. Das bedeutet
langfristig aber auch, zu einer Art Clearingstelle für alle diejenigen
werden zu können, die an der digitalen Aufbereitung von Handschriften,
Bildern, Texten etc. beteiligt sind.